Kakerlake: Arten, Erkennung, Bekämpfung

Die Kakerlake lebt versteckt und ist nachts aktiv, deshalb erkennt man sie meist an ihren Spuren: pfefferkorngroße Kotkrümel entlang der Fugen, abgestreifte Häute, bei starkem Befall ein charakteristischer Geruch. Die beiden häufigen Arten suchen unterschiedliche Orte – die Deutsche Kakerlake warme Gerätehohlräume, die Orientalische Kakerlake kühle, feuchte Keller – und erfordern jeweils ein anderes Vorgehen.

Kakerlake (Blattella germanica · Blatta orientalis)
Blattella germanica · Blatta orientalis

Woran man ihn erkennt

Vergleichen Sie es mit dem, was Sie gefunden haben. Im Zweifel senden Sie uns ein Foto – anhand der vorläufigen Bestimmung kommen wir gleich mit der passenden Methode.

  1. An gemahlenen Pfeffer erinnernde Kotkrümel entlang der Fugen

    1An gemahlenen Pfeffer erinnernde Kotkrümel entlang der Fugen

  2. Abgestreifte Häute in der Nähe der Verstecke

    2Abgestreifte Häute in der Nähe der Verstecke

  3. Tagsüber sichtbares Tier – Zeichen einer bereits erheblichen Population

    3Tagsüber sichtbares Tier – Zeichen einer bereits erheblichen Population

  • Kein sichtbares Zeichen

    Süßlich-moderiger Geruch bei starkem Befall

Die beiden häufigen Arten

In Ungarn kommen in Betrieben und Wohnräumen regelmäßig zwei Arten vor, und die Bekämpfung der einen lässt sich nicht durch die der anderen ersetzen.

Deutsche Kakerlake (Blattella germanica) – kleiner, hellbraun, mit zwei dunklen Längsstreifen auf dem Rücken des Halsschilds. Sie sucht warme, feuchte, geschützte Hohlräume: Rückwand von Backöfen, Isolierung von Geschirrspülern, Motorraum von Kühlschränken, Unterseite von Kaffeemaschinen. Das Weibchen trägt die Ootheke bis zum Schlüpfen mit sich, deshalb erholt sich die Population nach einer unvollständigen Behandlung schnell.

Orientalische Kakerlake (Blatta orientalis), auch Orientalische Schabe genannt – größer, dunkler, langsamer in der Bewegung. Sie bevorzugt kühlere, feuchtere Orte: Keller, Kanalanschlüsse, Schächte, Technikräume. Sie kommt meist von unten, aus dem Leitungssystem, deshalb reicht eine Behandlung allein innerhalb des Gebäudes selten aus – auch der Zugangsweg muss behandelt werden.

Woran man sie erkennt

Ein lebendes Tier sieht man tagsüber selten. In der Praxis verraten die Spuren:

  • Kot – pfefferkorngroße, dunkle Krümel entlang der Fugen, Ecken und der Rückseite von Geräten. Ihre Dichte zeigt gut, wo sich das Versteck befindet.
  • Abgestreifte Häute – die Larven häuten sich im Laufe ihrer Entwicklung mehrmals; die Häutungsreste sammeln sich in unmittelbarer Nähe des Verstecks.
  • Geruch – bei starkem Befall ist ein charakteristischer süßlich-moderiger Geruch wahrzunehmen, meist in geschlossenen, warmen Räumen.

Warum eine Oberflächenbehandlung nicht ausreicht

Die Kakerlake verbringt den größten Teil des Tages in Bauteilhohlräumen, die eine Oberflächenbesprühung nicht erreicht. Die reine Oberflächenbehandlung erreicht nur die auslaufenden Tiere, nicht den Kern der Population – deshalb wirkt sie kurzzeitig erfolgreich, und deshalb kehrt der Befall zurück.

Die ARZÉN Kft. beginnt den Einsatz daher mit einer Begehung: wo sich die Verstecke befinden, woher der Nachschub kommt und welche Lebensmittelsicherheitsgrenzen in der jeweiligen Zone gelten. Die Behandlung besteht meist aus der gezielten Gelbehandlung der Fugen, der residualen Behandlung der Sockelleisten und dem Zugänglichmachen der Räume hinter den Geräten, worauf nach zwei bis drei Wochen eine Nachkontrolle folgt.

In Lebensmittelbetrieben kommt dazu das Monitoring: ein Netz nummerierter Klebefallen-Punkte, dessen Fangdaten zeigen, wo sich der Befall verstärkt – und beim Audit ist genau das der Nachweis, dass das Programm funktioniert.

Wann sich ein Fachbetrieb lohnt

Wenn Sie Kotspuren oder ein tagsüber herumlaufendes Tier sehen; wenn der Befall in der Küche oder in einem Lebensmittelbereich auftritt; oder wenn das Problem nach der Anwendung eines Handelsmittels innerhalb weniger Wochen zurückgekehrt ist. Letzteres bedeutet meist, dass das Versteck unberührt geblieben ist.

Versteck und Zugangswege

Die Behandlung beginnt dort, wo sich das Tier tatsächlich aufhält – diese Stellen prüfen wir bei der Begehung zuerst.

  • Rückwand von Backofen und Geschirrspüler – warmer, feuchter Gerätehohlraum, das Versteck der Deutschen Kakerlake

    Rückwand von Backofen und Geschirrspüler – warmer, feuchter Gerätehohlraum, das Versteck der Deutschen Kakerlake

  • Motorraum des Kühlschranks und der Spalt hinter dem Sockel des Küchenschranks

    Motorraum des Kühlschranks und der Spalt hinter dem Sockel des Küchenschranks

  • Kanalanschluss im Keller und Schachtabdeckung – von hier kommt die Orientalische Kakerlake

    Kanalanschluss im Keller und Schachtabdeckung – von hier kommt die Orientalische Kakerlake

Deutsche oder Orientalische Kakerlake?

Zwei ähnliche Arten in einem Bild, im gleichen Maßstab. Der Unterschied liegt nicht nur im Namen: Gegen beide hilft ein anderes Verfahren.

Deutsche und Orientalische Kakerlake nebeneinander, im gleichen Maßstab
Links: Deutsche Kakerlake · Rechts: Orientalische Kakerlake

Deutsche Kakerlake

  • 12–15 mm, hell gelblich-braun
  • Zwei dunkle Längsstreifen auf dem Rücken des Halsschilds
  • Voll geflügelt, schnell, klettert auch an senkrechten Flächen
  • Warme, feuchte Gerätehohlräume: Backofen, Geschirrspüler, Kühlschrank-Motorraum

Orientalische Kakerlake

  • 20–27 mm, dunkelbraun bis schwarz, glänzend
  • Ohne Streifen; die Flügel des Weibchens sind verkümmert
  • Langsamer, kommt an glatten senkrechten Flächen nicht voran
  • Kühle, feuchte Orte: Keller, Kanalanschluss, Schacht

Gegen die beiden wirkt ein unterschiedliches Verfahren: Bei der Deutschen Kakerlake die Gelbehandlung der Fugen hinter den Geräten, bei der Orientalischen die Behandlung des Zugangswegs aus dem Leitungssystem. Die Artbestimmung entscheidet deshalb über die Technologie.

Häufige Fragen

Was kostet die Kakerlakenbekämpfung?

Wir nennen keinen Listenpreis und keine Preisspanne, weil sich das Honorar wesentlich nach dem Standort, der Fläche, dem Ausmaß des Befalls, der Zugänglichkeit und der erforderlichen Reaktionszeit richtet. Ein öffentlicher Preis wäre ohne diese Angaben irreführend. Das Angebot erstellen wir individuell auf Basis der Anfrage und senden es per E-Mail zu, bei dringenden Fällen vorrangig.

Warum sehe ich tagsüber eine Kakerlake?

Weil die Verstecke voll sind. Die Kakerlake ist nachtaktiv und lebt versteckt; ist tagsüber ein Tier zu sehen, bedeutet das meist, dass die Population die verfügbaren Hohlräume überwachsen hat und die schwächeren Tiere verdrängt werden. Bei einer Tagsichtung ist der Befall in der Regel schon über das Anfangsstadium hinaus.

Warum kehrt die Kakerlake nach der Behandlung zurück?

Weil die Oberflächenbehandlung die warmen, geschützten Hohlräume der Küchentechnik – Rückwand von Backöfen, Isolierung von Geschirrspülern, Motorraum von Kühlschränken – nicht erreicht, und das Weibchen die Ootheke bis zum Schlüpfen mit sich trägt, sodass sich die Population schnell erholt. Für ein dauerhaftes Ergebnis sind das Verschieben der Geräte, die gezielte Gelbehandlung der Fugen und eine Nachkontrolle nach zwei bis drei Wochen nötig.

Reicht es, eine einzelne Wohnung im Mehrfamilienhaus zu behandeln?

Nein. Die Kakerlake bewegt sich frei durch Bauteilfugen, das Lüftungssystem und Leitungsdurchführungen zwischen den Wohnungen, deshalb führt die Behandlung einer einzelnen Wohnung nicht zu einem dauerhaften Ergebnis. Bei einer Eigentumswohnung können wir die Behandlung über die Hausverwaltung oder die Betreibergesellschaft übernehmen, bezogen auf das gesamte Gebäude.

Kann ich zur Identifizierung ein Foto schicken?

Ja, und das lohnt sich auch. Ein scharfes Foto des Insekts oder der Spuren reicht oft für eine vorläufige Artbestimmung, sodass wir schon beim ersten Einsatz mit der passenden Technologie und dem passenden Mittel vorbereitet sind.

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