Ameise: Arten und Ameisenbekämpfung

Die Oberflächenbehandlung gegen die Ameise erreicht meist nur die auslaufenden Arbeiterinnen, nicht das Nest und die Königin, deshalb erholt sich die Kolonie innerhalb weniger Wochen. Für ein dauerhaftes Ergebnis ist das Auffinden des Nests oder ein von den Arbeiterinnen heimgetragener Köder nötig. Die Pharaoameise ist ein Sonderfall: Sie zerstreut sich bei einem Kontaktmittel und teilt sich in mehrere Nester auf. Die Rossameise nistet in Holzkonstruktionen, und herausgeschobener, sägemehlartiger Span verrät sie.

Ameise (Lasius niger · Monomorium pharaonis · Camponotus)
Lasius niger · Monomorium pharaonis · Camponotus

Woran man ihn erkennt

Vergleichen Sie es mit dem, was Sie gefunden haben. Im Zweifel senden Sie uns ein Foto – anhand der vorläufigen Bestimmung kommen wir gleich mit der passenden Methode.

  1. Ausgetretene Laufstraße entlang der Wand oder Fußleiste

    1Ausgetretene Laufstraße entlang der Wand oder Fußleiste

  2. Feiner Sandhaufen in Pflasterfugen

    2Feiner Sandhaufen in Pflasterfugen

  3. Geflügelte Tiere beim Schwärmen, meist im Sommer

    3Geflügelte Tiere beim Schwärmen, meist im Sommer

  4. Massenhaftes Auftreten rund um süße oder fetthaltige Lebensmittel

    4Massenhaftes Auftreten rund um süße oder fetthaltige Lebensmittel

  5. Sägemehlartiger Spänehaufen unter der Gangöffnung eines Zaunpfostens

    5Sägemehlartiger Spänehaufen unter der Gangöffnung eines Zaunpfostens

Was die sichtbare Ameise nicht verrät

Die auf der Lauffläche wandernden Ameisen machen nur einen kleinen Teil der Kolonie aus. Der Großteil der Arbeiterinnen und die für die Fortpflanzung zuständige Königin bleiben im Nest – meist unter dem Pflaster, in der Wandkonstruktion oder in der Dämmung. Deshalb bringt die Oberflächenbehandlung scheinbar sofortigen Erfolg, und einige Wochen später stellt sich der ursprüngliche Zustand wieder ein.

Das wirksame Vorgehen ist entweder das Erreichen des Nests oder der Einsatz eines Köders, den die Arbeiterinnen zurücktragen – über den Nahrungsaustausch innerhalb der Kolonie gelangt dieser auch ins Innere des Nests.

Drei Fälle, die getrennt zu behandeln sind

Gartenarten (meist Lasius niger) – Nest im Außenbereich, meist unter Pflasterfugen oder im Boden. Die im Wohnraum auftretenden Tiere suchen Nahrung; die wirksame Antwort ist die gezielte Behandlung des Nests und die Unterbindung des Zugangswegs.

Rossameise (Camponotus-Arten) – die größte heimische Ameise: Die Arbeiterinnen sind 6–14 mm groß, schwarz oder schwarz-rot. Ihr Nest baut sie im Holz – im morschen Baumstumpf, in der Gartenholzkonstruktion, im Zaunpfosten, im feuchten Dachbalken – und schiebt aus den ins Holz genagten Gängen sägemehlartigen Span heraus. Das Holz frisst sie nicht, sie bewohnt es. Der Schaden ist deshalb dennoch real: Die Gänge verringern die Tragfähigkeit des feuchten Holzes. Gegen sie besteht die Aufgabe im Aufspüren des Nests; die Behandlung der wandernden Tiere allein führt zu keinem Ziel.

Pharaoameise (Monomorium pharaonis) – eine kleine, gelbliche, tropische Art, die bei uns ausschließlich in beheizten Gebäuden überlebt: in Krankenhäusern, Großküchen, Lebensmittelbetrieben, Hotels. Zwei Eigenschaften machen sie zu einem schwierigen Fall. Sie überlebt auch in steriler Umgebung, und sie zerstreut sich bei einem Kontaktmittel – die Kolonie teilt sich in mehrere eigenständige Nester auf, sodass ein falsch gewählter Einsatz das Problem nicht beseitigt, sondern verteilt.

Gegen die Pharaoameise ist deshalb ausschließlich ein Köderverfahren anwendbar, geduldig und über den gesamten betroffenen Gebäudeteil hinweg.

Woran man sie erkennt

  • Laufstraße – die Ameisen bewegen sich auf ständigen Bahnen, meist entlang der Wand, der Fußleiste oder der Pflasterkante. Folgt man der Bahn zurück, gelangt man zum Nest.
  • Sandhaufen – aus Pflasterfugen gefördertes feinkörniges Material deutet darauf hin, dass sich unter dem Pflaster ein Nest befindet.
  • Schwärmen – massenhaftes Auftreten geflügelter Tiere, meist im Sommer. Das ist das Zeichen der Fortpflanzungszeit, nicht einer anderen Art.
  • Sägemehlartiger Span – trockener, grober Span, der sich am Fuß eines Stumpfs, unter einem Balken oder neben einem Zaunpfosten sammelt. Die Rossameise schiebt ihn beim Nestbau heraus, das Nest liegt also unmittelbar darüber oder dahinter.

In Lebensmittelbetrieben und im Gesundheitswesen

Hier ist die Ameise keine ästhetische Frage. In Lebensmittelbetrieben verunreinigt sie das Produkt; in Gesundheitseinrichtungen gelangt die Pharaoameise auch zwischen Verbandsmaterial und sterile Materialien, was ein Infektionsübertragungsrisiko bedeutet.

Die ARZÉN Kft. arbeitet in beiden Umgebungen bei laufendem Betrieb, mit für die jeweilige Zone zugelassenen Mitteln, und stellt über den Einsatz ein Behandlungsprotokoll aus.

Versteck und Zugangswege

Die Behandlung beginnt dort, wo sich das Tier tatsächlich aufhält – diese Stellen prüfen wir bei der Begehung zuerst.

  • Pflasterfuge zwischen den Steinen der Terrasse oder des Gehwegs – das Nest der Gartenarten

    Pflasterfuge zwischen den Steinen der Terrasse oder des Gehwegs – das Nest der Gartenarten

  • Übergang von Wand und Fußleiste, entlang der Laufstraße

    Übergang von Wand und Fußleiste, entlang der Laufstraße

  • Beheizter Wandhohlraum und Rohrleitung in der Großküche – das Nest der Pharaoameise

    Beheizter Wandhohlraum und Rohrleitung in der Großküche – das Nest der Pharaoameise

  • Morscher Baumstumpf, Gartenholzkonstruktion und feuchter Dachbalken – das Nest der Rossameise

    Morscher Baumstumpf, Gartenholzkonstruktion und feuchter Dachbalken – das Nest der Rossameise

Pharaoameise oder Schwarze Wegameise?

Zwei ähnliche Arten in einem Bild, im gleichen Maßstab. Der Unterschied liegt nicht nur im Namen: Gegen beide hilft ein anderes Verfahren.

Pharaoameise und Schwarze Wegameise nebeneinander, im gleichen Maßstab
Links: Pharaoameise · Rechts: Schwarze Wegameise

Pharaoameise

  • 2 mm, gelblich-braun, dunkleres Hinterleibsende
  • Ausschließlich in beheizten Gebäuden: Wandhohlraum, hinter Maschinen, Großküche, Krankenhaus
  • Ganzjährig aktiv, Kolonie mit mehreren Königinnen
  • Zerstreut sich bei einem Kontaktmittel und teilt sich in mehrere Nester auf – nur ein Köderverfahren wirkt

Schwarze Wegameise

  • 3–5 mm, schwarz
  • Nest im Außenbereich, unter dem Pflaster oder im Boden
  • Von Frühling bis Herbst aktiv; kommt zur Nahrungssuche in die Wohnung
  • Die gezielte Behandlung des Nests und das Verschließen des Zugangs sind die Antwort

Größe und Farbe reichen zur Unterscheidung, und das ist nicht gleichgültig: Ein auf die Pharaoameise gesprühtes Handelsmittel zerstreut die Kolonie und teilt sie in mehrere Nester auf, statt sie zu beseitigen.

Häufige Fragen

Warum kehrt die Ameise nach dem Sprühen zurück?

Weil die sichtbaren Ameisen nur einen Bruchteil der Kolonie ausmachen: Der Großteil der Arbeiterinnen und die Königin bleiben im Nest, das die Oberflächenbehandlung nicht erreicht. Die Kolonie gleicht den Verlust nach der Behandlung deshalb aus. Für ein dauerhaftes Ergebnis muss entweder das Nest erreicht werden, oder es muss ein Köder eingesetzt werden, den die Arbeiterinnen heimtragen.

Was ist die Pharaoameise, und warum ist sie ein Sonderfall?

Eine kleine, gelbliche, tropische Art, die in beheizten Gebäuden lebt – in Krankenhäusern, Küchen, Lebensmittelbetrieben. Zwei Dinge machen sie zu einem schwierigen Fall: Sie überlebt auch in steriler Umgebung, und bei einem Kontaktmittel zerstreut sie sich und teilt sich in mehrere eigenständige Nester auf. Gegen sie hilft ausschließlich ein Köderverfahren, kein Sprühmittel.

Ich sehe große, schwarze Ameisen am Balken oder auf der Terrasse – was ist das?

Wahrscheinlich die Rossameise, die größte heimische Art: Die Arbeiterinnen sind 6–14 mm groß, schwarz oder schwarz-rot. Sie frisst das Holz nicht, sondern lebt darin: Sie nagt Gänge in morschen Baumstümpfen, Gartenholzkonstruktionen, Zaunpfosten oder feuchten Dachbalken, und der herausgeschobene, sägemehlartige Span verrät sie. Die Aufgabe besteht darin, das Nest zu finden, denn die Behandlung der wandernden Tiere allein führt zu keinem Ziel.

Was bedeutet ihr Auftreten in einer Gesundheitseinrichtung?

Die Pharaoameise gelangt auch zwischen Verbandsmaterial, Infusionssysteme und sterile Materialien, deshalb ist sie in Gesundheitseinrichtungen keine ästhetische Frage, sondern ein Infektionsübertragungsrisiko. Der Einsatz muss dann bei laufendem Betrieb erfolgen, ohne die Patientenversorgung zu stören.

Übernehmen Sie das auch im Garten?

Ja, bei einem Einfamilienhaus mit Garten schließen wir den Vertrag auch direkt mit Privatpersonen. Im Garten besteht die Aufgabe meist in der Identifizierung des Nestortes und der gezielten Behandlung der Nester unter dem Pflaster.

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