Kleidermotte: Erkennung und Mottenbekämpfung

Den Schaden am Textil verursacht nicht der fliegende Falter, sondern seine Larve: Der ausgewachsene Falter nimmt gar keine Nahrung mehr auf. Die Kleidermotte sucht Fasern tierischen Ursprungs – Wolle, Kaschmir, Seide, Pelz, Wollteppich – und befällt geschützte, dunkle, selten bewegte Stücke. Deshalb reicht ein Duftspender allein nicht aus: Larve und Ei müssen aus dem Textil entfernt werden.

Kleidermotte (Tineola bisselliella · Tinea pellionella)
Tineola bisselliella · Tinea pellionella

Woran man ihn erkennt

Vergleichen Sie es mit dem, was Sie gefunden haben. Im Zweifel senden Sie uns ein Foto – anhand der vorläufigen Bestimmung kommen wir gleich mit der passenden Methode.

  1. Unregelmäßige Löcher und Fraßspuren auf Wolle und Kaschmir

    1Unregelmäßige Löcher und Fraßspuren auf Wolle und Kaschmir

  2. Weißliches, seidiges Gespinst oder ein winziges Gehäuse am Textil

    2Weißliches, seidiges Gespinst oder ein winziges Gehäuse am Textil

  3. Kleiner, hellbrauner Falter, der eher läuft als fliegt

    3Kleiner, hellbrauner Falter, der eher läuft als fliegt

  4. Im selten bewegten, dunklen Schrankbereich auftretender Schaden

    4Im selten bewegten, dunklen Schrankbereich auftretender Schaden

Was den Schaden verursacht, und was sie frisst

Das Wichtigste bei der Kleidermotte ist zu wissen, dass den Schaden die Larve verursacht, nicht der fliegende Falter. Das ausgewachsene Exemplar nimmt gar keine Nahrung mehr auf: Seine Rolle ist die Fortpflanzung. Sehen Sie einen Falter um den Schrank herum, ist das nicht der Schädling selbst, sondern das Zeichen, dass der Zyklus bereits läuft.

Die Larve ernährt sich von Keratin, deshalb sucht sie Fasern tierischen Ursprungs: Wolle, Kaschmir, Seide, Pelz, Federn, Wollteppich. Reine Baumwolle und synthetisches Material sind keine Nahrung – dort entsteht meist nur Schaden, wenn Schweiß- oder Essensreste daran haften. Deshalb wird ungewaschen weggelegte Kleidung häufiger beschädigt.

Woran man sie erkennt

  • Unregelmäßige Löcher, Fraßspuren auf Wolle oder Kaschmir, oft entlang von Falten und an selten bewegten Stücken.
  • Weißliches, seidiges Gespinst, beziehungsweise bei der Pelzmotte das winzige, von der Larve mitgetragene Gehäuse an der Textiloberfläche.
  • Kleiner, hellbrauner Falter, der auf der Oberfläche eher läuft als fliegt, und das Licht meidet.

Der Schaden beginnt meist im dunklen, hinteren, selten gestörten Bereich des Schranks – dort, wo die Winterkleidung monatelang unbewegt liegt.

Warum der Duftspender nicht ausreicht

Lavendel und ähnliche Mittel halten allenfalls den ausgewachsenen Falter fern. Auf die bereits im Textil vorhandenen Eier und Larven haben sie keine Wirkung, und den Schaden verursachen genau diese. Deshalb kommt es vor, dass sich die Löcher trotz Duftspender im Schrank weiter vermehren.

Was zu einem dauerhaften Ergebnis führt

Auch hier zählt die Reihenfolge, und sie lässt sich nicht vertauschen:

  1. Identifizierung und Behandlung der befallenen Stücke – das Waschen und Trocknen bei hoher Temperatur beziehungsweise das Einfrieren vernichtet sowohl Ei als auch Larve.
  2. Vollständige Entleerung und gründliche Reinigung des Schranks, mit besonderem Augenmerk auf Fugen, Ecken und den Boden der Regale, wo sich die Eier verstecken.
  3. Beseitigung der versteckten Herde: Unterseite des Wollteppichs, Polstermöbel, selten genutztes Textil, gelagerter Pelz.
  4. Danach, bei ausgedehntem Befall, eine gezielte Behandlung.

Erscheint die Motte im gelagerten Lebensmittel statt im Textil, handelt es sich nicht um die Kleidermotte – die Vorratsschädlinge gehören zu einer anderen Gruppe und erfordern ein anderes Verfahren.

Versteck und Zugangswege

Die Behandlung beginnt dort, wo sich das Tier tatsächlich aufhält – diese Stellen prüfen wir bei der Begehung zuerst.

  • Der dunkle, hintere, selten gestörte Bereich des Schranks

    Der dunkle, hintere, selten gestörte Bereich des Schranks

  • Wolle- und Pelzsachen, monatelang unbewegt gelagert

    Wolle- und Pelzsachen, monatelang unbewegt gelagert

  • Der nicht gesaugte Streifen des Wollteppichs unter Möbeln

    Der nicht gesaugte Streifen des Wollteppichs unter Möbeln

Kleidermotte oder Vorratsmotte?

Zwei ähnliche Arten in einem Bild, im gleichen Maßstab. Der Unterschied liegt nicht nur im Namen: Gegen beide hilft ein anderes Verfahren.

Kleidermotte und Dörrobstmotte nebeneinander, im gleichen Maßstab
Links: Kleidermotte · Rechts: Vorratsmotte (z. B. Dörrobstmotte)

Kleidermotte

  • 6–8 mm, einfarbig goldgelb, Flügel mit gefranstem Rand
  • Im Schrank: Wolle, Kaschmir, Pelz, Federn
  • Die Larve frisst Keratin, der Falter nimmt keine Nahrung auf
  • Läuft eher, als dass sie fliegt, und meidet das Licht

Vorratsmotte (z. B. Dörrobstmotte)Mehr erfahren →

  • 8–10 mm, zweifarbiger Flügel: heller Ansatz, kupferbrauner Spitzenbereich
  • In Speisekammer und Lager: Mehl, Getreide, Trockenfrüchte, Futtermittel
  • Die Larve spinnt ein Gespinst im Lebensmittel
  • Fliegt dem Licht entgegen

Dasselbe Wort, zwei verschiedene Schädlinge. Die Kleidermotte ist ein Problem des Schranks, die Vorratsmotte der Speisekammer und des Lagers: Gegen die eine ist die Behandlung des Textils die Antwort, gegen die andere die des Bestands – bei einer betrieblichen Partie die Begasung.

Häufige Fragen

Zerfrisst der fliegende Falter die Kleidung?

Nein. Der ausgewachsene Falter nimmt keine Nahrung mehr auf, den Schaden verursacht ausschließlich die Larve. Das fliegende Exemplar zeigt an, dass der Fortpflanzungszyklus bereits läuft – die Larven und Eier sind aber nicht dort zu suchen, wo der Falter fliegt, sondern in den versteckten, dunklen Bereichen des Textils.

Warum ausgerechnet die Wolle?

Weil sich die Larve von Keratin ernährt, das in Fasern tierischen Ursprungs enthalten ist: Wolle, Kaschmir, Seide, Pelz, Federn, Wollteppich. Reine Baumwolle und synthetisches Material sind keine Nahrung – die zerfrisst sie meist nur, wenn Schweiß- oder Essensreste daran haften.

Reicht Lavendel oder ein Duftspender?

Nein. Diese halten allenfalls den ausgewachsenen Falter fern; auf die bereits im Textil vorhandenen Eier und Larven haben sie keine Wirkung. Ein dauerhaftes Ergebnis bringen die Behandlung der befallenen Stücke, die gründliche Reinigung des Schranks und die Beseitigung der versteckten Herde.

Ist das dasselbe wie die Vorratsmotte?

Nein. Die Kleidermotte befällt Fasern tierischen Ursprungs im Wohnraum; die Vorratsmotten entwickeln sich im gelagerten Erzeugnis und in Trockenware, und gegen sie ist die Begasung im geschlossenen Raum das wirksame Verfahren. Die Behandlung der beiden Gruppen unterscheidet sich, deshalb ist die Erkennung der erste Schritt.

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