Viele nennen die Ratten- und Mäusebekämpfung „Ungezieferbekämpfung“. Wenn Sie auch danach gesucht haben, sind Sie hier richtig: Diese Seite handelt von der Nagetierbekämpfung. Die fachlich verstandene Ungezieferbekämpfung – Holzwürmer, Milben, sonstige Gliederfüßer – stellen wir auf einer eigenen Seite vor.
Warum Monitoring und keine Einzelbekämpfung?
Eine gelegentliche Nagetierbekämpfung behandelt nur das Symptom. In der betrieblichen Umgebung ist der Nagetierdruck ständig vorhanden – aus den umliegenden Flächen, aus dem Kanalnetz und mit angelieferter Ware kommt laufend Nachschub. Deshalb erwarten sowohl die Fachpraxis als auch die Standards ein ständiges, dokumentiertes Monitoringnetz, das einen Befall bereits vor seiner Entstehung anzeigt.
Aufbau des Systems
Festlegung der Monitoringpunkte
Wir legen die Punkte entlang der Eindringrouten fest: Zaunlinie, Außenwand des Gebäudes, Verladetore, Kanalschächte, Müllsammelstelle, Wareneingang. Jeder Punkt erhält eine laufende Nummer und wird in den Lageplan aufgenommen.
Geräte
Im Außenbereich verwenden wir abschließbare, fest montierte Köderboxen, im Innenbereich – wo der Einsatz von Ködern aus lebensmittelsicherheitsrechtlichen Gründen eingeschränkt ist – mechanische Fanggeräte und Klebefallen-Monitore. Die Wahl des Geräts richtet sich stets nach der lebensmittelsicherheitsrechtlichen Einstufung der Zone.
Planmäßige Kontrolle
Die Häufigkeit der Kontrolle richtet sich nach dem Risiko: in Lebensmittelbetrieben in der Regel monatlich, in Hochrisikobereichen häufiger. Jede Kontrolle schließt mit einem Protokoll ab.
Trendanalyse
Der eigentliche Wert liegt in der Datenreihe. Steigt der Köderverbrauch an einem Punkt von Monat zu Monat, zeigt das, dass der Druck in diesem Abschnitt des Objekts gestiegen ist – und dort bringt die Behebung des baulichen Mangels mehr als das Nachlegen von Köder.
Unterschiedliche Ansätze bei Mäuse- und Rattenbekämpfung
Die Hausmaus hat einen kleinen Aktionsradius und verbringt oft den gesamten Lebenszyklus im Gebäude, deshalb braucht sie ein dichteres Innenpunktnetz. Die Wanderratte dagegen durchstreift ein größeres Gebiet, kommt meist von außen, und der Perimeterschutz ist das wirksame Mittel gegen sie. Die Bekämpfung der beiden Arten ist deshalb nicht austauschbar.
Mäusebekämpfung
Die Hausmaus ist klein, dringt durch kleinste Spalten ein und vermehrt sich äußerst schnell: Unter günstigen Bedingungen zieht ein Weibchen im Jahr bis zu mehreren Dutzend Jungen groß. Da ihr Aktionsradius klein ist – meist wenige Meter vom Nest entfernt –, muss das Innenpunktnetz dicht angelegt werden, sonst trifft das Tier einfach nicht auf das Gerät.
In Lebensmittelzonen ist der Einsatz von Ködern meist eingeschränkt, deshalb verwenden wir hier mechanische Fanggeräte und Klebefallen-Monitore. Voraussetzung für ein dauerhaftes Ergebnis ist die physische Abdichtung der Eintrittsstellen: Die Maus passt auch durch einen 6–7 mm breiten Spalt, deshalb gehört die Abdichtung von Kabeldurchführungen, Rohrdurchbrüchen und Türunterkanten zur Bekämpfung.
Rattenbekämpfung
Die Wanderratte ist größer, vorsichtiger und kommt meist von außen: aus dem Kanalnetz, aus der umliegenden Fläche oder von den Müllsammelstellen her. Neuen Objekten gegenüber ist sie anfangs misstrauisch, deshalb kann es nach dem Aufstellen der Köderpunkte Tage dauern, bis sie diese annimmt.
Gegen sie ist der Perimeterschutz das wirksame Mittel: ein Netz aus abschließbaren Köderboxen entlang der Außenlinie des Objekts, in der Nähe von Toren, Kanalschächten und Müllsammelstellen. Der Einsatz im Innenbereich allein ist nicht dauerhaft wirksam, solange der äußere Druck bestehen bleibt.
Kommunale öffentliche Flächen und Kanalnetze
Die Nagetierbekämpfung auf kommunalen öffentlichen Flächen, in Kanalnetzen und in hochwassergeschädigten Gebieten führen wir mit Garantie und Referenzen durch. Die kommunale Rattenbekämpfung ist eine Aufgabe anderen Ausmaßes als die eines Betriebsgeländes: Die Quelle sind das Kanalnetz, die Abfallwirtschaft und das Ufer, deshalb muss die Behandlung gleichzeitig, auf zusammenhängender Fläche erfolgen – von einem ausgelassenen Abschnitt siedelt sich die Population innerhalb weniger Wochen wieder an. Nach einem Hochwasser ist die Aufgabe dringlicher: Das Wasser verdrängt die Ratten aus dem Kanal und den uferseitigen Hohlräumen, sodass sich die Tiere in besiedelte Gebiete zurückziehen.
Unsere zehn Arbeitsgruppen arbeiten gleichzeitig in mehreren Ortsteilen, das Programm führen wir mit räumlicher Planung und dokumentiert durch – mit jahrzehntelanger Fachpraxis und zu einem günstigen Preis. Günstig, aber nicht am billigsten: Unser Angebot umfasst die vollständige Dosis und die Nachkontrolle. Eine auffällig niedrige Gebühr deckt oft nicht einmal die Kosten des ausgebrachten Mittels, und nach einer solchen Behandlung kehrt die Ratte innerhalb weniger Wochen zurück. Das Angebot erstellen wir individuell, in Kenntnis von Fläche und Aufgabe. Wie ist ein solches Programm aufgebaut, und was erwartet die öffentliche Beschaffung? Darüber schreiben wir auf unserer Seite für Kommunen.
Dokumentation
Lageplan mit den nummerierten Punkten, Kontrollprotokolle, Zusammenfassung der Fangdaten, Sicherheitsdatenblätter und Zulassungskopien – zusammen, in auditfähiger Form.
Was genau erwartet ein Audit von der Schädlingsbekämpfungsdokumentation? Das erläutern wir ausführlich in unserem Leitfaden zu den HACCP-Anforderungen an die Schädlingsbekämpfung.
