Warum anhand von Spuren?
Die meisten Betriebsschädlinge sind nachtaktiv und leben verborgen: in baulichen Hohlräumen, unter Maschinenfundamenten, auf Kabeltrassen, im Inneren des Lagerguts. Bis am Tag ein lebendes Tier zu sehen ist, ist die Population bereits erheblich. In der Praxis wird die Art deshalb anhand von Spuren bestimmt.
Diese Seite beschreibt die Methode – was welcher Fund bedeutet und was er über das Ausmaß des Befalls verrät. Die ausführliche Beschreibung je Art, mit den typischen Verstecken und dem wirksamen Verfahren, finden Sie auf den Seiten der Schädlinge.
Worauf zu achten ist
Kot. Der aufschlussreichste Fund, denn Größe und Form sind artspezifisch, die Menge deutet auf das Ausmaß des Befalls hin. Bei Nagern ist reiskorngroßer Kot mit spitzen Enden typisch für die Maus, größerer Kot mit stumpfen Enden für die Ratte. Bei Kakerlaken erscheinen entlang von Ritzen feine, an gemahlenen Pfeffer erinnernde Körnchen.
Fraßspuren. An Verpackung, Kabeln, Türrahmen – deutet auf Nager hin. Angenagte Kabel sind zugleich eine Brandgefahr.
Abgestreifte Häute. Insektenlarven häuten sich während ihrer Entwicklung mehrfach, und die Häutungsreste sammeln sich in unmittelbarer Nähe des Verstecks. Bei der Bettwanze ist dies das zuverlässigste Frühzeichen.
Gespinst und Verklumpung. Verklebte Getreide- oder Warenreste im Lagergut deuten auf Vorratsmotten hin; ein kleines, rundes Ausbohrloch am Getreidekorn auf den Kornkäfer.
Schmierspuren. Auf regelmäßig genutzten Laufwegen hinterlässt das Fett des Fells niedrig an der Wand einen dunklen, glänzenden Streifen. Das zeigt den Laufweg.
Angefressenes Papier und angefressene Tapete. Unregelmäßig berandete, gelblich verfärbte Flecken auf Akten, Buchbindungen oder Verpackungen – in feuchten Räumen – deuten auf Silberfischchen hin – und darauf, dass mit der Belüftung des Raumes etwas nicht stimmt.
Wanderweg. Ameisen bewegen sich auf einer festen Route; die Richtung des Weges führt zum Nest.
Ständiger Ein- und Ausflugpunkt. Ein durchgehender Flugverkehr an einem Spalt oder unter der Dachtraufe deutet auf ein Wespennest hin – auch ohne die Struktur zu öffnen.
Was der Fund über das Ausmaß verrät
Ein einzelner Fund allein sagt wenig aus. In der Praxis zählen zwei Dinge:
Wo. Ein Fund in einer sensiblen Zone – Fläche mit Lebensmittelkontakt, Verpackungsbereich, Fertigwarenlager – wiegt um Größenordnungen schwerer als derselbe Fund im Außenbereich.
Wohin sich die Lage entwickelt. Im Betriebsumfeld ist das zuverlässigste Signal nicht die Sichtkontrolle, sondern der Trend der Fangdaten der Monitoringpunkte. Ein kontinuierlich steigender Fang ist auch dann ein Signal, wenn die absolute Zahl noch niedrig ist – und genau diese Daten verlangt das Audit als Nachweis dafür, dass das Programm funktioniert.
Unsicher beim Fund?
Schicken Sie uns ein Foto des Fundes über einen unserer Kontaktwege. Anhand der vorläufigen Bestimmung reisen wir mit der passenden Technologie und dem passenden Mittel an, sodass der Einsatz vor Ort kürzer ausfällt.